JUNIOR

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Katharina Gabriel

Ehemalige JUNIOR-Teilnehmerin aus Rheinland-Pfalz
im JUNIOR-Unternehmen „femetta!“ als Mitarbeiterin der Marketing-Abteilung

Für mich war das Projekt JUNIOR die wertvollste Zeit meiner bisherigen Schullaufbahn. Ohne große Erwartungen und genauere Vorstellungen, was es bedeuten würde, ein JUNIOR-Unternehmen zu gründen, entschloss ich mich aus reiner Neugierde und Interesse, im 11. Schuljahr ein langfristiges Projekt innerhalb einer Gruppe durchzuführen.

Schon zu Beginn stellte sich heraus, dass meine Erwartungen schnell übertroffen werden würden. Es bildete sich eine Gruppe von 17 Schülern, die teilweise bereits befreundet waren, während andere sich jedoch kaum kannten. Als wir in den ersten Sitzungen nach einer passenden Geschäftsidee suchten, wurde ich bereits von der Faszination gepackt, erstmals eigene Vorstellungen auf dem realen Markt umzusetzen. Es spornte mich an, Marktlücken zu entdecken und die aktuellen Trends zu erforschen.

Nachdem sich die gesamte Gruppe schließlich für die Produktion des Schwedenstuhls entschieden hatte, stand für mich fest, 100%ig hinter dem Produkt zu stehen und das Beste rauszuholen. Der neu entwickelte Ehrgeiz zeigte mir eine bis dahin unbekannte Seite an mir. Durch mehrere Ferienjobs in einer Werbeagentur geprägt, stand für mich fest, einen Posten im Bereich des Marketings übernehmen zu wollen. Ich erfuhr, wie wichtig es ist Aufmerksamkeit zu erregen und damit die Verkaufszahlen zu steigern. Hierfür ist Ideenreichtum gefragt. Schon zu Beginn wollten wir durch den Namen und das Firmenlogo Kreativität beweisen. Sobald die Öffentlichkeitsarbeit in Form von Pressekontakt begann, entdeckte ich, welchen Einfluss man auf die Wirkung der eigenen Ideen nach außen nehmen kann. In diesem Zusammenhang wurde mir auch mehr und mehr bewusst, dass die Gründung unseres Unternehmens „real“ ist. Im Gegensatz zu vielen vergleichbaren Projekten, die aus einer fiktiven Firmengründung bestehen, verliert JUNIOR den Charakter eines Spiels.

Ich habe durch das Projekt gelernt, was es heißt, berufliche Verantwortung zu übernehmen. Eine Schülerfirma wird wohl mehr mit ihren Mitarbeitern identifiziert als jedes andere Unternehmen mit vergleichbarer Beschäftigtenzahl. Warben wir für unser Unternehmen, so warben wir für uns. Warben wir für unsere Produkte, so warben wir mit „unserem Namen“. Besonders bewusst wurde mir dies an unserem ersten Verkauf auf dem Andreasmarkt: Die Kunden kauften weniger unsere Produkte als vielmehr das Image, das wir ihnen vermittelten. Dies bedeutete weiterhin: Waren die Käufer zufrieden mit unserem Produkt, so fühlten sie sich in der positiven Meinung über uns bestätigt. Waren sie es jedoch nicht, so fiel ihre negative Ansicht auf uns persönlich zurück.

Nach meiner Auffassung mangelte es in der Gruppe weniger an Teamgeist, sondern zeitweise an den oben angesprochenen Punkten des Verantwortungsbewusstseins und der Eigeninitiative. Auch wenn wir unser Geschäftsjahr erfolgreich beendeten, fiel es nach einem Misserfolg manchmal schwer nicht aufzugeben.

Im Bereich der Produktion funktionierte die Arbeit des „femetta!“-Teams sehr gut. Jeder Mitarbeiter beteiligte sich und erschien regelmäßig zu den Treffen. Auch waren wir bei der Einteilung der einzelnen Produktionsarbeitsgruppen stets flexibel und es gab kaum Auseinandersetzungen über die Verteilung.

Teamarbeit heißt auch, dass sich jeder Einzelne nach außen für alles verantwortet, Rede und Antwort steht und nicht ein Problem auf die Firma, bzw. eine andere Abteilung schiebt. Als Teil des Unternehmens übernimmt jeder Einzelne Verantwortung, und das nicht zuletzt gegenüber den Kunden.

Am Beispiel unseres Projektes wurde mir bewusst, dass ein erfolgreiches Unternehmen das Produkt guter Teamarbeit ist. Das Verständnis, dass auftretende Probleme im Endeffekt auf das gesamte Unternehmen zurückfallen und sich deshalb jeder für die Lösung dieser Probleme einsetzen sollte, habe ich mitgenommen. Wir ziehen an einem Strang, um gemeinsame Ziele zu erreichen.

Hierfür ist besonders die ständige Zusammenarbeit in der Gruppe entscheidend. Es bilden sich verschiedenste Verhaltensmuster heraus und man lernt durch den engen Kontakt in Krisen- sowie auch Erfolgssituationen die Mitarbeiter und auch sich selbst neu kennen. Auch in einem JUNIOR-Unternehmen heißt es Privates und Geschäftliches zu trennen. Das Arbeiten in der Gruppe übt zudem einen enormen Druck aus, der in Krisensituationen zum Zusammenhalt aber auch zum Bruch führen kann. Man hat gelernt, auf wen man sich verlassen konnte bzw. auch nicht. Zu dieser Erkenntnis gehört es auch die Verlässlichkeit der einzelnen Personen in der Gruppe zu koordinieren.

In der Gruppe lernte man die Fähigkeiten der anderen kennen, so stellte sich z.B. auch heraus, wer Führungsqualitäten besitzt, oder wer lieber im Hintergrund arbeitet. Hierdurch ließ sich vielleicht bereits eine Tendenz der späteren Berufsausrichtung des Einzelnen erkennen.

An dieser Stelle erinnerte ich mich wiederum an die Vorbereitungen zum Landeswettbewerb. Hierfür schrieb eine fünfköpfige Gruppe ein Theaterstück. Entwicklung und Proben liefen über zwei Wochen, in denen man sich täglich mehrere Stunden traf. Gerade hierbei lernte man, was es heißt, sich im Team einzubringen. Die Arbeit funktionierte außerordentlich gut und wir können auf das Resultat sehr stolz sein.

Auch wenn, wie bereits erwähnt, während des Projekts „femetta!“ nicht immer alles eitel Sonnenschein war, scheint jetzt, nach einem gewissen zeitlichen Abstand, jeder aus unserer Gruppe sich gerne und positiv an die Zeit von JUNIOR zu erinnern. Dies merkte man besonders bei einem Nachtreffen, bei dem wir uns die Mitschnitte einiger TV-Beiträge gemeinsam ansahen.

Mir wurde während des Projekts klar, dass es ein wichtiger Bestandteil der Teamarbeit ist, spontan die Initiative zu ergreifen. Merkt man, dass es an irgendeiner Stelle nicht weitergeht, so muss man nach einer Lösung suchen und sich – sobald man Lösungsmöglichkeiten sieht – für deren Umsetzung einsetzen. Kompromisse schließen gehört natürlich auch dazu, wozu Diskussionen in der Gruppe sehr wichtig sind. Auch in Konfliktsituationen ist es wichtig, die Mitstreiter mit der eigenen Meinung zu konfrontieren.

Ich persönlich habe durch die zahlreichen Öffentlichkeitsauftritte und die damit verbundenen Ansprachen ein gewisses Selbstbewusstsein entwickelt, das mir viele Hemmungen  bezogen auf mein Auftreten genommen hat. Ich merkte auch in anderen Bereichen meines Lebens oder auch in der Schule, dass sich durch JUNIOR eine gewisse Routine und damit verbundene Sicherheit entwickelte. Natürlich gab es auch das gegensätzliche Beispiel und jemand stellte fest, dass er das Reden vor Publikum nicht mag, was ebenfalls eine wertvolle Erkenntnis für das spätere Berufsleben sein kann.

Während der gesamten Zeit stand man unentwegt im Kontakt mit der Öffentlichkeit. Damit ist natürlich verbunden, sich entsprechend darstellen zu können. Man lernte schon zu Beginn bei der Suche nach Sponsoren, dass ein zielstrebiges, sicheres Auftreten entscheidend ist. Dies  mussten wir auch auf Veranstaltungen wie dem Landeswettbewerb im Gespräch mit  der Jury oder einem Minister beweisen. Wir mussten uns auch auf der Hauptversammlung dem „Verhör“ der Aktionäre stellen.

Ein weiterer Aspekt der JUNIOR ausmacht ist, dass wir Schüler Fehler begehen und daraus lernen. Man entdeckt sich selbst auf eine andere Art als in Schule und Privatleben, spürt seine Stärken und Schwächen, stößt an seine Grenzen. Auch dieser Punkt stellt für mich eine sehr wichtige Erfahrung dar. Man konnte beobachten, dass man weitaus mehr leisten kann, als man sich anfangs zutraut. Mit der ausreichenden Motivation erreicht man mehr als man denkt und wächst über sich hinaus.

Ich habe die bei JUNIOR gewonnenen Kenntnisse schon oftmals übertragen können. So nahm ich beispielsweise im April diesen Jahres am „Global Enterprise Challenge“ teil, einem Wettbewerb, an dem innerhalb eines Tages ein fiktives Firmenkonzept entwickelt und auf Englisch vorgetragen werden musste. Die Gruppe bestehend aus einigen ehemaligen JUNIOR-Teilnehmern und anderen Klassenkameraden gewann einen Kreativpreis. Hier zählte vor allem die Arbeit als Team.

Neben der Auszeichnung unserer Kreativität gewannen wir ein „Stärken- und Schwächen-Analyse“ Seminar. Auch hier musste ich feststellen, dass mir durch JUNIOR bereits vieles bekannt war. Die Leiterin des Seminars war erstaunt über unsere Fähigkeit, Aufgaben anzugehen und im Team zu bearbeiten.

Zusammengefasst bin ich der Meinung, dass während der Schulzeit sich nirgends sonst die Chance eines solchen Erfahrungsgewinns bietet. Darum bin ich sehr froh, an JUNIOR und speziell „femetta!“ teilgenommen zu haben.

Auch schloss ich durch die teilweise enge Zusammenarbeit der Gruppe anhaltende Freundschaften mit einigen „Kollegen“.

Ich persönlich kann mir sehr gut vorstellen, einmal unternehmerisch tätig zu sein. Dies wurde mir nochmals durch das Projekt „BOSS“ klar, an dem ich im Herbst 2004 teilnahm. Hier begleitete ich einen ganzen Tag einen Unternehmer, der mir Einblicke in seine Arbeit gewährte. Durch die Projektarbeit wurde mir das Risiko, aber vor allem auch der Reiz einer beruflichen Selbstständigkeit bewusst.

Durch Kontakte während des Projekts JUNIOR zu einem Fernsehteam, erhielt ich die Möglichkeit, ein Praktikum beim Südwestdeutschen Rundfunk zu absolvieren. Dabei stellte ich fest, dass mich auch eine Tätigkeit in der Medienbranche begeistern könnte. Auch ein solcher beruflicher Werdegang wäre mithin eine Folge des Projekts JUNIOR und meiner Tätigkeit als Marketingleiterin.

Abschließend erwähne ich noch einmal die durch JUNIOR geförderten Schlüsselqualifikationen, wie Kommunikationsfähigkeit, Verantwortungsbereitschaft, Lern- und Leistungsbereitschaft und Selbstständigkeit.
eine Bereicherung dieser Fähigkeiten erfahren hat und somit seinen beruflichen Vorraussetzungen einen Schritt näher ist.  Aus diesem Grund empfehle ich jedem Schüler, der die Chance hat, in einem JUNIOR-Unternehmen mitzuarbeiten, dies auch zu tun.

Und Ihre Erfahrung?

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Patrick Wilhelm, ehemaliger JUNIOR-Teilnehmer, über die Gründung von MyParfuem.de

Der ehemalige JUNIOR-Teilnehmer Patrick Wilhelm berichtet über die Gründung seines Unternehmens MyParfuem.de