JUNIOR

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Lukas Gabriel

Ehemaliger JUNIOR-Teilnehmer aus Rheinland-Pfalz
im JUNIOR-Unternehmen „micaja“ als Vorstandsvorsitzender

Jeder Schüler, dem es im Rahmen des Projektes gelungen ist, eine Schülerfirma erfolgreich über ein Jahr aufrecht zu erhalten, ist meiner Meinung nach seinen unerfahreneren Mitstreitern auf dem Arbeitsmarkt um zahlreiche unbezahlbare Erlebnisse und praktische Kenntnisse vorraus.

Seit langer Zeit schon strebte ich ein ausbildungsintegriertes Studium im Bereich des Finanzwesens an. Die Anzahl der Mitbewerber ist für die stark limitierte Anzahl an Studienplätzen hier überdurchschnittlich hoch. Das Bestehen zahlreicher Job-Interviews und Assessment-Center ist heute nicht nur in der Bankenbranche zur Eintrittshürde in den Traumberuf geworden. Aus persönlicher Erfahrung kann ich berichten, dass gerade hier kaum bessere Referenzen als das JUNIOR-Projekt des IW-Köln genannt werden können. Erfahrene Personalchefs kennen und schätzen die Schülerfirmen längst als Schmiede für dynamische und unternehmungslustige Bewerber. Oft ist es nicht leicht, Erfahrungswerte und persönliche Soft-Skills auch im Bewerbungsgespräch zu belegen – der Nachweis über die erfolgreiche Teilnahme am JUNIOR-Projekt zertifiziert diese jedoch, so meine Erfahrungen, auf besondere Weise.

Prof. Dr. Michael Hüther

Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln

Wirtschaftliche Prozesse erforschen und die Ergebnisse für die breite Öffentlichkeit verständlich aufbereiten ist eine wichtige Aufgabe des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln. Die besondere Kompetenz ist hierbei die Verknüpfung von Wissenschaft und Anwendung. Das IW Köln erstellt Gutachten, führt Projekte im Auftrag Dritter durch, publiziert und erbringt Agenturleistungen unter anderem in den Bereichen Kommunikation, Public Relations und Multimedia.

Besonders in der SCHULEWIRTSCHAFT-Arbeit hat das IW Köln seit vielen Jahren große Erfahrungen sammeln können. Lehrkräften als den Multiplikatoren vermittelt das Institut sachliche und praxisnahe Informationen über wirtschaftliche Zusammenhänge. So unterstützt die Wirtschaft Lehrer bei einer ihrer wichtigen Zukunftsaufgaben, Schüler fit für das Berufsleben zu machen.

Der Anspruch des IW Köln, bereits bei Schülern Interesse für das Themengebiet Wirtschaft und wirtschaftliche Zusammenhänge zu wecken und Wirtschaft für Schüler erlebbar zu machen, wird im Programm JUNIOR in besonderer Weise erreicht. Seit Projektstart haben mittlerweile über 24.000 Schülerinnen und Schüler Chancen und Risiken des Unternehmertums ganz praxisnah kennen gelernt.

Vor mehr als zehn Jahren hat das IW Köln mit JUNIOR Neuland in Deutschland betreten. Mittlerweile hat sich JUNIOR, auch dank der Unterstützung zahlreicher Unternehmen, Verbände und Ministerien, zu einem umfangreichen Programm entwickelt. Wir setzen bei unserer Arbeit vor allem auf die Betreuung und Begleitung der Lehrerinnen und Lehrer sowie der Schülerinnen und Schüler. Neben der Bereitstellung von Materialien und Informationen zum Aspekt Schülerfirmengründung haben sich vor allem auch die Veranstaltungen vor Ort, in den Bundesländern, bewährt. Neben internen Workshops tragen vor allem auch die Landes- und Bundeswettbewerbe sowie die Messen zur Wahrnehmung des Projekts in der Öffentlichkeit bei.

Die Erfolge geben uns Recht: Über drei Viertel der Teilnehmer auf Schüler- und Lehrerseite empfehlen das Projekt weiter und geben dem Projekt gute bis sehr gute Noten. Ebenso viele Schüler geben an, ein besseres Verständnis von Wirtschaft erlangt zu haben. Und fast jeder dritte kann sich nach der Projektteilnahme vorstellen, später einmal selbst ein Unternehmen zu gründen. Tatsächlich sind aus einigen ehemaligen JUNIOR-Unternehmen inzwischen echte Existenzgründungen hervorgegangen, die innovative Produkte entwickelt haben und Arbeitsplätze schaffen.

Viele Partner aus Politik und Wirtschaft unterstützen JUNIOR bei seiner Arbeit seit vielen Jahren. So war es möglich, dass Projekt in den letzten Jahren nicht nur quantitativ, sondern vor allem auch qualitativ weiter zu entwickeln. Um das Erfolgsmodell JUNIOR  weiter ausbauen zu können, ist JUNIOR auch in Zukunft auf kompetente Unterstützung aus Politik und Wirtschaft angewiesen. Viele Weichen für die Zukunft werden bereits in der Schulzeit gestellt. Die Wirtschaft ist seit langem bereit, hier Verantwortung zu übernehmen und die Schüler in ihrer wirtschaftlichen Grundbildung zu unterstützen. Projekte wie JUNIOR bieten dafür eine optimale Grundlage. Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln möchte mit JUNIOR noch vielen Schülergenerationen die Möglichkeit bieten, als „Unternehmer und Manager“ wichtige Erfahrungen zu sammeln und sich so gut gerüstet in das Berufsleben zu begeben.

Isabell Mauersberger

Ehemalige JUNIOR-Teilnehmerin aus Sachsen
im JUNIOR-Unternehmen „wwAD“ als stellvertretende Vorstandsvorsitzende und Finanzchefin

An meiner Schule wird sehr viel Wert darauf gelegt, dass Schüler im Rahmen von Projekten wie z.B. Wirtschaftstagen einen Einblick in ihre Chancen für die Zukunft bekommen. Einen viel interessanteren und hilfreicheren Einblick bekam ich jedoch durch die eigene Unternehmensgründung bei JUNIOR, denn erst so versteht man, was dabei wirklich wichtig ist, was es heißt ein Unternehmen zu führen und in der heutigen Wirtschaft zu bestehen.

Und für mich persönlich war unser Unternehmen eine Möglichkeit zu sehen, was noch alles in mir steckt, denn ich bin eher sehr schüchtern und gehe ungern einfach so auf Leute zu und mache zum Beispiel Werbung für unsere Produkte. Ich stehe lieber im Hintergrund und organisiere. Deshalb bin ich auch Finanzchefin und stellvertretende Vorstandsvorsitzende geworden, aber so habe ich ganz neue Erfahrungen gemacht und habe gelernt, viel selbstbewusster zu sein und aus mir herauszugehen.

Natürlich war es vor allem am Anfang auch nicht ganz einfach und es gab einige Probleme, aber durch diese sind wir erst zu einem richtigen Team zusammengewachsen. Schon das allein war ein super Gefühl, dann auch noch seine eigenen Produkte zu verkaufen und Kunden damit zu sehen, macht einen wirklich stolz, denn das ist etwas, was man selbst erreicht ohne die Hilfe von Erwachsenen. Dabei hat sich auch gezeigt, wie wichtig Eigenschaften wie Teamfähigkeit oder Flexibilität sind und auf der anderen Seite, was für mich auch sehr wichtig ist, dass ich gelernt habe, mich durchzusetzen und mich richtig zu präsentieren, was mir auf jeden Fall bei Vorstellungsgesprächen und später im Beruf helfen wird.

Alles in allem bin ich sicher, dass mir mein JUNIOR-Unternehmen sehr dabei geholfen hat, mich selbst weiterzuentwickeln, so dass ich mir nun auch meiner Stärken viel mehr bewusst bin und selbstbewusst sagen kann, dass ich schon ein Jahr lang ein Unternehmen erfolgreich mit geleitet habe.

Stephan Graeske

Ehemaliger JUNIOR-Teilnehmer aus NRW
im JUNIOR-Unternehmen „JPS Partyservice“ als Vorstandsvorsitzender

Das JUNIOR Projekt hat mir 1997 den Weg in die Selbständigkeit vorbereitet. Es war ein spannendes und lehrreiches Jahr. 12 Jahre später betreut mein Unternehmen große Konzerne, bekannte Künstler und öffentliche Einrichtungen in ganz Deutschland. Ich kann JUNIOR 100%ig empfehlen. Eine tolle Idee!

 

Annerose Schneider

Ehemalige JUNIOR-Teilnehmerin aus Sachsen und Mitglied des JUNIOR-Ehemaligen-Netzwerkes (JENZ)

Mein JUNIOR Jahr begann 2004 in der Firma „cARTes“ des Goethe-Gymnasiums Auerbach. Wir produzierten mit Hilfe der Encaustic-Technik (Heißwachs-Malerei) verschiedene Dekoartikel, Schmuckdosen, Mobilés und Karten. An der Idee lässt sich bereits erkennen, dass unsere Schülerfirma nicht zwingend auf den wirtschaftlichen Erfolg ausgelegt war. Wir fanden vor allem das Projekt sehr interessant und wollten uns daran ausprobieren. Das taten wir auch. Sehr erfolgreich wie sich zeigte. Wir gewannen den Landeswettbewerb in Sachsen, damals noch mit acht teilnehmenden Firmen und fuhren zum Bundeswettbewerb nach Stuttgart. Auch regional gewann unsere Firma durch zahlreiche Zeitungsartikel und Besuche, zum Beispiel des Landrates Dr. Tassilo Lenk, sehr an Bekanntheit. Wir waren daher rundum mit unserem Unternehmenserfolg zufrieden. Sogar ein kleiner Gewinn ließ sich am Ende des Geschäftsjahres verzeichnen. Diese Entwicklung innerhalb des JUNIOR-Jahres zeigte, dass wir durchaus die wirtschaftlichen Zusammenhänge eines Unternehmens verstanden und damit erfolgreich umgehen konnten.    

Noch erfolgreicher empfand ich jedoch die persönliche Entwicklung die jeder von uns meisterte. Unser Team bestand aus neun Schülern unterschiedlicher Altersklassen und vor unserem JUNIOR-Jahr kannten sich die meisten gerade einmal vom Sehen. Doch wir wuchsen zu einem guten Team zusammen, welches sich gegenseitig respektierte, unterstütze und auch mit Stress-Situationen gut umgehen konnte.

Für mich persönlich war der größte Erfolg jedoch, dass ich besser lernte, im Team zusammen zu arbeiten. Vor meinem JUNIOR-Jahr war ich zwar engagiert, jedoch eher eine Einzelkämpferin. Nachdem jedoch beschlossen wurde, dass ich Vorstandsvorsitzende der Firma „cARTes“ werden sollte, änderte sich dies. Ich lernte besser mit anderen Persönlichkeiten umzugehen, mich auf diese einzulassen und jedem individuelle Aufgaben, je nach seinen Fähigkeiten, zuzuordnen. Mein Team erkannte dies an und so waren wir auch nach dem JUNIOR -Jahr noch lange Zeit Freunde.

JUNIOR war ein Projekt, was mir unsagbar Spaß bereitete und mich genau so förderte wie ich es mir vorstellte, daher beschloss ich ziemlich schnell, dass es nicht mein letzter Schritt in Richtung Wirtschaftsleben war. 2005 nahm ich an dem JUNIOR-Business-Camp teil und bald darauf wurde ich Teil des JUNIOR-Ehemaligen-Netzwerkes (JENZ).

Da das Netzwerk in Sachsen noch in den Kinderschuhen steckte, beschloss ich 2005 zusammen mit Dennis Gensing die Entwicklung von JENZ in Sachsen in die Hand zu nehmen. Wir „rekrutierten“ so viele ehemalige JUNIOR-Teilnehmer unserer alten Firmen wie möglich und gewannen, besonders durch die Firmen des darauf folgenden Jahres, viele neue Mitglieder hinzu. 2006 waren es 13 JENZ’ler. Zur etwa gleichen Zeit begannen wir die ersten JENZ-Projekte durchzuführen. Unter dem Namen „Manage-it!“ waren wir (zusammen mit dem Saarland) die Ersten, die eine Veranstaltung  für JUNIOR-Teilnehmer zur Vorbereitung auf deren Landeswettbewerb organisierten. Bis heute wird diese Veranstaltung jedes Jahr mit steigendem Erfolg durchgeführt. Im Jahr darauf folgte das „Start-it!“. Eine Veranstaltung parallel zum JUNIOR-Unternehmertreff, auf der wir ebenfalls unsere Erfahrungen zum Thema Marketing und Unternehmensführung weiter geben. Mittlerweile ist unser Rat bei den sächsischen Schülerfirmen sehr gefragt und auch einige Schulpaten empfehlen uns gerne an ihre Schüler

Privat nahm ich an vielen JENZ-Veranstaltungen deutschlandweit teil, wie an den „Global Perspectives“ oder den regelmäßigen Mitgliederversammlungen. Mein persönliches Highlight war ein achtwöchiges Praktikum im Institut der deutschen Wirtschaft, Köln zur Organisation des „18th JA-YE European Company of the Year Competition 2007“ in Berlin. Ich war grenzenlos stolz über die gelungene Veranstaltung, vor allem da ich viele Teile davon mit organisierte und Ansprechpartner für rund 30 internationale Ehemalige war.

Heute (2010) bin ich Kommunikationsvorstand des JUNIOR-Ehemaligen-Netzwerkes. Ich verfasse die regelmäßig erscheinenden Newsletter, kümmere mich um die Präsentationen der Ehemaligen in den Regionen und bin Ansprechpartner für das IW sowie für das internationale Netzwerk JA-YE. Ich hoffe, der Weg, den ich mit JUNIOR und seinem Ehemaligennetzwerk gehe, wird noch lang sein. Ich freue mich auf die zukünftige Entwicklung und hoffe, dass auch ich sie mit meinen Ideen weiterhin ein wenig beeinflussen kann.

Philipp Freese

JUNIOR-Projektmanager
Bayern, JUNIOR-Kompakt, Bundeswettbewerb

Als Projektmanager bei JUNIOR ist die schönste Erfahrung jedes Jahr, die Entwicklung der Teilnehmer über das Projektjahr mitzuverfolgen. Auf den Unternehmertreffs im Herbst sind die meisten Schüler in den Workshops noch sehr zurückhaltend – obwohl sie nur mit Gleichaltrigen in einer Runde Aufgaben spielerisch lösen. Auf den Messen im Frühjahr bemerkt man dann schon eine Entwicklung: Viele Schüler gehen aktiv auf Kunden zu und verkaufen ihre Produkte – und dies sind dann Erwachsene, die Sie zuvor niemals gesehen haben! Bei den Landeswettbewerben traut man seinen Augen kaum noch. Da stehen die Jungunternehmer im Business-Outfit auf der Bühne und präsentieren vor Förderern, Ministern und der versammelten Presse professionell mit Powerpoint ihr Unternehmen – und sind damit vielen Altersgenossen mindestens ein halbes Jahrzehnt voraus.

Katharina Gabriel

Ehemalige JUNIOR-Teilnehmerin aus Rheinland-Pfalz
im JUNIOR-Unternehmen „femetta!“ als Mitarbeiterin der Marketing-Abteilung

Für mich war das Projekt JUNIOR die wertvollste Zeit meiner bisherigen Schullaufbahn. Ohne große Erwartungen und genauere Vorstellungen, was es bedeuten würde, ein JUNIOR-Unternehmen zu gründen, entschloss ich mich aus reiner Neugierde und Interesse, im 11. Schuljahr ein langfristiges Projekt innerhalb einer Gruppe durchzuführen.

Schon zu Beginn stellte sich heraus, dass meine Erwartungen schnell übertroffen werden würden. Es bildete sich eine Gruppe von 17 Schülern, die teilweise bereits befreundet waren, während andere sich jedoch kaum kannten. Als wir in den ersten Sitzungen nach einer passenden Geschäftsidee suchten, wurde ich bereits von der Faszination gepackt, erstmals eigene Vorstellungen auf dem realen Markt umzusetzen. Es spornte mich an, Marktlücken zu entdecken und die aktuellen Trends zu erforschen.

Nachdem sich die gesamte Gruppe schließlich für die Produktion des Schwedenstuhls entschieden hatte, stand für mich fest, 100%ig hinter dem Produkt zu stehen und das Beste rauszuholen. Der neu entwickelte Ehrgeiz zeigte mir eine bis dahin unbekannte Seite an mir. Durch mehrere Ferienjobs in einer Werbeagentur geprägt, stand für mich fest, einen Posten im Bereich des Marketings übernehmen zu wollen. Ich erfuhr, wie wichtig es ist Aufmerksamkeit zu erregen und damit die Verkaufszahlen zu steigern. Hierfür ist Ideenreichtum gefragt. Schon zu Beginn wollten wir durch den Namen und das Firmenlogo Kreativität beweisen. Sobald die Öffentlichkeitsarbeit in Form von Pressekontakt begann, entdeckte ich, welchen Einfluss man auf die Wirkung der eigenen Ideen nach außen nehmen kann. In diesem Zusammenhang wurde mir auch mehr und mehr bewusst, dass die Gründung unseres Unternehmens „real“ ist. Im Gegensatz zu vielen vergleichbaren Projekten, die aus einer fiktiven Firmengründung bestehen, verliert JUNIOR den Charakter eines Spiels.

Ich habe durch das Projekt gelernt, was es heißt, berufliche Verantwortung zu übernehmen. Eine Schülerfirma wird wohl mehr mit ihren Mitarbeitern identifiziert als jedes andere Unternehmen mit vergleichbarer Beschäftigtenzahl. Warben wir für unser Unternehmen, so warben wir für uns. Warben wir für unsere Produkte, so warben wir mit „unserem Namen“. Besonders bewusst wurde mir dies an unserem ersten Verkauf auf dem Andreasmarkt: Die Kunden kauften weniger unsere Produkte als vielmehr das Image, das wir ihnen vermittelten. Dies bedeutete weiterhin: Waren die Käufer zufrieden mit unserem Produkt, so fühlten sie sich in der positiven Meinung über uns bestätigt. Waren sie es jedoch nicht, so fiel ihre negative Ansicht auf uns persönlich zurück.

Nach meiner Auffassung mangelte es in der Gruppe weniger an Teamgeist, sondern zeitweise an den oben angesprochenen Punkten des Verantwortungsbewusstseins und der Eigeninitiative. Auch wenn wir unser Geschäftsjahr erfolgreich beendeten, fiel es nach einem Misserfolg manchmal schwer nicht aufzugeben.

Im Bereich der Produktion funktionierte die Arbeit des „femetta!“-Teams sehr gut. Jeder Mitarbeiter beteiligte sich und erschien regelmäßig zu den Treffen. Auch waren wir bei der Einteilung der einzelnen Produktionsarbeitsgruppen stets flexibel und es gab kaum Auseinandersetzungen über die Verteilung.

Teamarbeit heißt auch, dass sich jeder Einzelne nach außen für alles verantwortet, Rede und Antwort steht und nicht ein Problem auf die Firma, bzw. eine andere Abteilung schiebt. Als Teil des Unternehmens übernimmt jeder Einzelne Verantwortung, und das nicht zuletzt gegenüber den Kunden.

Am Beispiel unseres Projektes wurde mir bewusst, dass ein erfolgreiches Unternehmen das Produkt guter Teamarbeit ist. Das Verständnis, dass auftretende Probleme im Endeffekt auf das gesamte Unternehmen zurückfallen und sich deshalb jeder für die Lösung dieser Probleme einsetzen sollte, habe ich mitgenommen. Wir ziehen an einem Strang, um gemeinsame Ziele zu erreichen.

Hierfür ist besonders die ständige Zusammenarbeit in der Gruppe entscheidend. Es bilden sich verschiedenste Verhaltensmuster heraus und man lernt durch den engen Kontakt in Krisen- sowie auch Erfolgssituationen die Mitarbeiter und auch sich selbst neu kennen. Auch in einem JUNIOR-Unternehmen heißt es Privates und Geschäftliches zu trennen. Das Arbeiten in der Gruppe übt zudem einen enormen Druck aus, der in Krisensituationen zum Zusammenhalt aber auch zum Bruch führen kann. Man hat gelernt, auf wen man sich verlassen konnte bzw. auch nicht. Zu dieser Erkenntnis gehört es auch die Verlässlichkeit der einzelnen Personen in der Gruppe zu koordinieren.

In der Gruppe lernte man die Fähigkeiten der anderen kennen, so stellte sich z.B. auch heraus, wer Führungsqualitäten besitzt, oder wer lieber im Hintergrund arbeitet. Hierdurch ließ sich vielleicht bereits eine Tendenz der späteren Berufsausrichtung des Einzelnen erkennen.

An dieser Stelle erinnerte ich mich wiederum an die Vorbereitungen zum Landeswettbewerb. Hierfür schrieb eine fünfköpfige Gruppe ein Theaterstück. Entwicklung und Proben liefen über zwei Wochen, in denen man sich täglich mehrere Stunden traf. Gerade hierbei lernte man, was es heißt, sich im Team einzubringen. Die Arbeit funktionierte außerordentlich gut und wir können auf das Resultat sehr stolz sein.

Auch wenn, wie bereits erwähnt, während des Projekts „femetta!“ nicht immer alles eitel Sonnenschein war, scheint jetzt, nach einem gewissen zeitlichen Abstand, jeder aus unserer Gruppe sich gerne und positiv an die Zeit von JUNIOR zu erinnern. Dies merkte man besonders bei einem Nachtreffen, bei dem wir uns die Mitschnitte einiger TV-Beiträge gemeinsam ansahen.

Mir wurde während des Projekts klar, dass es ein wichtiger Bestandteil der Teamarbeit ist, spontan die Initiative zu ergreifen. Merkt man, dass es an irgendeiner Stelle nicht weitergeht, so muss man nach einer Lösung suchen und sich – sobald man Lösungsmöglichkeiten sieht – für deren Umsetzung einsetzen. Kompromisse schließen gehört natürlich auch dazu, wozu Diskussionen in der Gruppe sehr wichtig sind. Auch in Konfliktsituationen ist es wichtig, die Mitstreiter mit der eigenen Meinung zu konfrontieren.

Ich persönlich habe durch die zahlreichen Öffentlichkeitsauftritte und die damit verbundenen Ansprachen ein gewisses Selbstbewusstsein entwickelt, das mir viele Hemmungen  bezogen auf mein Auftreten genommen hat. Ich merkte auch in anderen Bereichen meines Lebens oder auch in der Schule, dass sich durch JUNIOR eine gewisse Routine und damit verbundene Sicherheit entwickelte. Natürlich gab es auch das gegensätzliche Beispiel und jemand stellte fest, dass er das Reden vor Publikum nicht mag, was ebenfalls eine wertvolle Erkenntnis für das spätere Berufsleben sein kann.

Während der gesamten Zeit stand man unentwegt im Kontakt mit der Öffentlichkeit. Damit ist natürlich verbunden, sich entsprechend darstellen zu können. Man lernte schon zu Beginn bei der Suche nach Sponsoren, dass ein zielstrebiges, sicheres Auftreten entscheidend ist. Dies  mussten wir auch auf Veranstaltungen wie dem Landeswettbewerb im Gespräch mit  der Jury oder einem Minister beweisen. Wir mussten uns auch auf der Hauptversammlung dem „Verhör“ der Aktionäre stellen.

Ein weiterer Aspekt der JUNIOR ausmacht ist, dass wir Schüler Fehler begehen und daraus lernen. Man entdeckt sich selbst auf eine andere Art als in Schule und Privatleben, spürt seine Stärken und Schwächen, stößt an seine Grenzen. Auch dieser Punkt stellt für mich eine sehr wichtige Erfahrung dar. Man konnte beobachten, dass man weitaus mehr leisten kann, als man sich anfangs zutraut. Mit der ausreichenden Motivation erreicht man mehr als man denkt und wächst über sich hinaus.

Ich habe die bei JUNIOR gewonnenen Kenntnisse schon oftmals übertragen können. So nahm ich beispielsweise im April diesen Jahres am „Global Enterprise Challenge“ teil, einem Wettbewerb, an dem innerhalb eines Tages ein fiktives Firmenkonzept entwickelt und auf Englisch vorgetragen werden musste. Die Gruppe bestehend aus einigen ehemaligen JUNIOR-Teilnehmern und anderen Klassenkameraden gewann einen Kreativpreis. Hier zählte vor allem die Arbeit als Team.

Neben der Auszeichnung unserer Kreativität gewannen wir ein „Stärken- und Schwächen-Analyse“ Seminar. Auch hier musste ich feststellen, dass mir durch JUNIOR bereits vieles bekannt war. Die Leiterin des Seminars war erstaunt über unsere Fähigkeit, Aufgaben anzugehen und im Team zu bearbeiten.

Zusammengefasst bin ich der Meinung, dass während der Schulzeit sich nirgends sonst die Chance eines solchen Erfahrungsgewinns bietet. Darum bin ich sehr froh, an JUNIOR und speziell „femetta!“ teilgenommen zu haben.

Auch schloss ich durch die teilweise enge Zusammenarbeit der Gruppe anhaltende Freundschaften mit einigen „Kollegen“.

Ich persönlich kann mir sehr gut vorstellen, einmal unternehmerisch tätig zu sein. Dies wurde mir nochmals durch das Projekt „BOSS“ klar, an dem ich im Herbst 2004 teilnahm. Hier begleitete ich einen ganzen Tag einen Unternehmer, der mir Einblicke in seine Arbeit gewährte. Durch die Projektarbeit wurde mir das Risiko, aber vor allem auch der Reiz einer beruflichen Selbstständigkeit bewusst.

Durch Kontakte während des Projekts JUNIOR zu einem Fernsehteam, erhielt ich die Möglichkeit, ein Praktikum beim Südwestdeutschen Rundfunk zu absolvieren. Dabei stellte ich fest, dass mich auch eine Tätigkeit in der Medienbranche begeistern könnte. Auch ein solcher beruflicher Werdegang wäre mithin eine Folge des Projekts JUNIOR und meiner Tätigkeit als Marketingleiterin.

Abschließend erwähne ich noch einmal die durch JUNIOR geförderten Schlüsselqualifikationen, wie Kommunikationsfähigkeit, Verantwortungsbereitschaft, Lern- und Leistungsbereitschaft und Selbstständigkeit.
eine Bereicherung dieser Fähigkeiten erfahren hat und somit seinen beruflichen Vorraussetzungen einen Schritt näher ist.  Aus diesem Grund empfehle ich jedem Schüler, der die Chance hat, in einem JUNIOR-Unternehmen mitzuarbeiten, dies auch zu tun.

Barbara Tennert

Schulpatin von Schülerunternehmen des Landkreis-Gymnasiums St. Annen in Annaberg-Buchholz (Sachsen)

Seit vier Jahren bin ich am Landkreis-Gymnasium St. Annen in Annaberg-Buchholz als Schulpatin einer Schülerfirma im Rahmen des Projektes „JUNIOR“ tätig. Die Vermittlung wirtschaftlicher Zusammenhänge und die Aneignung verschiedener Schlüsselqualifikationen wie Teamarbeit, Selbstständigkeit und Eigeninitiative sind Ziele des Projektes. In unsere Schülerfirma sind Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen bzw. der Jahrgangsstufe 11 integriert. Die Aufgaben wurden nach den jeweiligen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler klar verteilt. Bei der Gründung des Unternehmens benötigen die Schülerinnen und Schüler meine Unterstützung und Anleitung, im Laufe des Schuljahres nimmt die Selbstständigkeit  der Schülerfirma stark zu. Die Erfahrungen der anderen Schülerfirmen aus vorangegangenen Projekten werden gern genutzt. Die Schülerunternehmen arbeiteten sehr engagiert und verantwortungsbewusst. Sie bringen viele Ideen ein und lernen aus Erfolgen und Niederlagen. Das Projekt „JUNIOR“ trägt wesentlich dazu bei, fachliche und soziale Kompetenzen zu vermitteln. Die angebotenen Workshops unterstützen das Team ganz wesentlich in seiner Arbeit. Nach einem Jahr sind enorme Fortschritte in der Präsentationsfähigkeit und in der Kommunikationsfähigkeit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu erkennen, die die Studierfähigkeit wesentlich erhöhen. Durch die Kooperation mit Wirtschaftsunternehmen erhalten einige Schüler die Möglichkeit, Praktika zu absolvieren bzw. auch Angebote für eine Unterstützung beim Studium. Als Lehrerin und Schulpatin lerne ich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von einer ganz anderen Seite kennen. Einige haben nach dem Abitur eine Studienrichtung ergriffen, in der sie ihr wirtschaftliches Wissen einbringen und die erworbenen Kompetenzen nutzen können.

Nicolai Andersen

Wirtschaftspate von Deloitte bei JUNIOR

Wie sind Sie auf JUNIOR aufmerksam geworden?

Durch einen Deloitte-internen Aufruf zur Bewerbung als Wirtschaftspate wurde ich auf JUNIOR aufmerksam.
Da ich früher lange Lehrer als Berufswunsch hatte und aus dieser „versteckten Leidenschaft“ heraus gerne Vorträge an Schulen und Universitäten halte, war das auch gleichzeitig der Auslöser zur Unterstützung des Projektes.

Was war die interessanteste Geschäftsidee für Sie?

Design & Vertrieb von Armbändern zur Bewerbung der Stadt Hamburg

Bitte vervollständigen Sie folgenden Satz: „JUNIOR ist für mich…“
…eine wunderbare Abwechslung zum Berufsalltag, in der ich durch die Schüler mit kreativen Ideen und intelligenten Fragen konfrontiert werde, auf die vermeintliche Profis gar nicht kommen würden.

 

Hans-Peter Klebe

Wirtschaftspate der AXA Versicherung AG bei JUNIOR

Wie sind Sie auf JUNIOR aufmerksam geworden?

Wir wurden durch das Bildungswerk der Bayrischen Wirtschaft über JUNIOR informiert. Schnell war die Begeisterung über dieses Projekt groß und unsere Möglichkeiten zur Unterstützung wurden diskutiert und dann schließlich auch ins Leben gerufen.

Was war die interessanteste Geschäftsidee für Sie?

Das ist eine schwierige Frage, weil viele Ideen kreativ und interessant sind. Zuletzt gefiel mir sehr gut die Leistung und Idee von EnerXchange, die sich mit Energieeffizienz und dem Wechsel von Energieanbietern beschäftigte.

Bitte vervollständigen Sie folgenden Satz: „JUNIOR ist für mich…“
... zu einem großen Stück eine wichtige Investition in unsere Zukunft.

 

Kai Weber

Wirtschaftspate der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Hildesheim Region (HI-REG) mbH bei JUNIOR

Wie sind Sie auf JUNIOR aufmerksam geworden?

Der Global Entrepreneurship Monitor (GEM) 2004 attestierte Deutschlands Schulen im internationalen Vergleich erhebliche Defizite bei der Vermittlung von Kenntnissen über das Funktionieren der Marktwirtschaft sowie bei der Anregung zu Kreativität, Selbstständigkeit und Eigeninitiative.

Was war die interessanteste Geschäftsidee für Sie?

Fa. Hil-Toy, Scharnhorstgymnasium Hildesheim: Entwurf, Herstellung und Vertrieb eines Memory-Spiels mit Motiven aus der Stadt Hildesheim

Bitte vervollständigen Sie folgenden Satz: „JUNIOR ist für mich…“
... die optimale Möglichkeit, Schülerinnen und Schülern betriebswirtschaftliche Zusammenhänge nicht nur theoretisch, sondern realitätsnah und ganz praktisch näher zu bringen.

 

Jürgen Schmidt

Schulpate von Schülerunternehmen der Berufsbildenden Schule für Wirtschaft Trier in Rheinland-Pfalz

Wie sind Sie auf JUNIOR aufmerksam geworden?

Ich war neugierig auf die Durchführung eines Projekts mit „realer“ Selbstständigkeit.

Wie wird das Projekt bei Ihnen durchgeführt?

Das Projekt wird außerhalb des Unterrichts mit freiwilliger Teilnahme von Schülern und Schülerinnen unterschiedlicher Schulformen (Wirtschaftsgymnasium, Höhere Berufsfachschulen) sowie unterschiedlicher Klassen durchgeführt.

Bitte vervollständigen Sie folgenden Satz: „JUNIOR ist für mich…“
…eine Bereicherung meines „Lehrerberufslebens“, weil die Schüler und Schülerinnen freiwillig und motiviert viele neue und wichtige Erfahrungen sammeln, die der „normale“ Schulunterricht nicht bieten kann.
…eine Bereicherung, da jedes „JUNIOR“-Jahr immer wieder ganz, ganz anders verläuft als gedacht.

 

Dieter K. Zimmermann

Wirtschaftspate des ShJ – Senioren helfen Junioren
Arbeitskreis e.V. Baden- Württemberg bei JUNIOR

Wie sind Sie auf JUNIOR aufmerksam geworden?
Auf JUNIOR bin ich durch die Schulpatin Frau Imhof-Bartak der OHG Böblingen aufmerksam geworden.

Was war die interessanteste Geschäftsidee für Sie?

Die Entwicklung, Produktion und Vermarktung eines Hörspiels des JUNIOR Unternehmens ListenUp.BB, das spielerisch Aufklärung zum Thema Kinderarbeit liefern soll.

Bitte vervollständigen Sie folgenden Satz: „JUNIOR ist für mich…“
…die Chance, meine Berufs- und Lebenserfahrung an junge Menschen weitergeben zu können.
…interessierte Schüler frühzeitig auf die Herausforderungen des Berufslebens vorzubereiten, egal welchen Weg sie später einschlagen werden.
… das beste Projekt, das ich kenne!


 

Detlef Lissinna

Schulpate von Schülerunternehmen des Christoph-Graupner-Gymnasiums in Kirchberg (Sachsen)

Gemeinsam mit zwei weiteren Kollegen betreue ich im siebten Jahr eine JUNIOR-Schülerfirma. Das Projekt fördert auf ideale Weise unternehmerisches Denken und Handeln. Im Rahmen der Berufswahlorientierungsangebote können sich die Teilnehmer im Schutzraum Schule austesten. Die Projektlaufzeit von einem Schuljahr halte ich für angemessen; nur durch die Entwicklung einer eigenen Geschäftsidee in jeder Schülergruppe ist gewährleistet, dass sich die Schülerinnen und Schüler mit ihrem eigenen Unternehmen identifizieren. JUNIOR soll an unserer Schule zu einem Aushängeschild entwickelt werden.

Christian Weirich

Ehemaliger JUNIOR-Teilnehmer aus Rheinland-Pfalz
im JUNIOR-Unternehmen „Arivo11
“ 

JUNIOR hat mich in meiner Absicht bestärkt, später einmal ein eigenes Unternehmen zu gründen. In einer Zeit, in der es kaum noch wirklich innovative Neugründungen gibt und von Fachkräftemangel die Rede ist, füllt JUNIOR eine große Marktlücke.
Vor meiner Teilnahme sah ich es immer als relativ aufwendig an, ein eigenes Unternehmen zu gründen, wenn man noch kein Startkapital besitzt. Heute weiß ich, dass es mit dem richtigen Konzept und einer gewissen Vision sogar als Schüler oder Student Möglichkeiten gibt, sich quasi nebenbei eine eigene Existenz aufzubauen.
Darüber hinaus kann JUNIOR und das Netzwerk, das man dabei knüpfen kann, unglaublich hilfreich bei der eigenen Karriere sein, egal ob als Selbstständiger oder als Angestellter. Man verkauft schließlich nicht jeden Tag einem Premierminister oder bekannten Börsenmaklern eine Aktie. Wenn diese Aktionäre dir dann auch noch Zugang zu Praktika verschaffen, an die ein normaler Schulabgänger gar nicht heran kommt, ist man seinen Altersgenossen doch schon um einige Schritte voraus.
Für mich persönlich war die Teilnahme an JUNIOR eine große Bereicherung. Insbesondere die internationale Erweiterung „Enterprise without Borders“ und die damit verbundenen Reisen ins Ausland haben mir große Freude bereitet. JUNIOR ist eine großartige Idee und verdient es, noch lange weitergeführt zu werden. Deshalb engagiere ich mich von nun an im JUNIOR-Ehemaligen-Netzwerk JENZ.

Roland Friedrich

Schulpate von Schülerunternehmen der Hans-Viessmann-Schule Bad Wildungen und Frankenberg (Hessen) 

Was war der Grund für Ihre erste Teilnahme bei JUNIOR?
Der Einstieg in eine neue Lehr- und Lernkultur der HVS und die Examensarbeit meines Referendars.

Wie sind Sie auf JUNIOR aufmerksam geworden?
Auf JUNIOR bin ich durch Startinfos zum Beginn des Projektes in Hessen, die an die Schule geschickt wurden, aufmerksam geworden.

Wie wird das Projekt bei Ihnen durchgeführt?
Das Projekt wird in der zweijährigen BFS Wirtschaft und Verwaltung in den Unterricht integriert.

Was war die interessanteste Geschäftsidee für Sie?
Kerzen- und Lampenproduktion

Bitte vervollständigen Sie folgenden Satz: „JUNIOR ist für mich…“
…die beste Möglichkeit, um Fachpraxis und Fachtheorie zu verknüpfen und nachhaltig Fachwissen und Sozialkompetenzen zu vermitteln.



Dieter Radde

Schulpate von Schülerunternehmen der Luise-Henriette-Schule (Berlin) 

Die Entscheidung zur Beteiligung am Projekt “JUNIOR“ entstand im Zusammenhang mit der Ausarbeitung eines Schulprogramms an der Luise Henriette-Schule zwischen 1999 und 2001. Kernpunkte waren dabei die verstärkte Vermittlung wirtschaftlicher Kenntnisse, eine stärkere Berufsorientierung, die Vermittlung von fächerübergreifenden Schlüsselqualifikationen und die Öffnung der Schule nach außen unter Einbeziehung verstärkter Kooperation mit Institutionen und Einrichtungen der freien Wirtschaft. Nach längerer Diskussion im Fachbereich Gesellschaftswissenschaften entschieden wir uns für das Projekt „JUNIOR“, da

  • ein großer Realitätsbezug vorhanden ist aufgrund der realen Teilnahme am Marktgeschehen;
  • der gesamte Prozess einer Unternehmensentwicklung von der Ideenfindung bis zur Marktteilnahme von jeder Schülergruppe neu durchlaufen werden muss;
  • die Schüler einen sehr weitgehenden Einblick in Strukturen und Probleme von Start-up-Unternehmen am eigenen Beispiel erhalten;
  • damit eine Auseinandersetzung mit wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Strukturen erfolgt und auch volkswirtschaftliche Zusammenhänge deutlich werden;
  • der starke Projektcharakter von den Schülern ein hohes Maß an Eigenständigkeit, Eigenverantwortung, Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeiten, Belastbarkeit und Konfliktlösungskompetenzen erfordert und damit Schlüsselqualifikationen fördert.

Im Jahre 2002 beteiligten wir uns das erste Mal an dem Projekt und sind jetzt im achten Jahr dabei. Bis auf eine Gruppe traten alle Teams beim Landeswettbewerb an, der sechs Mal gewonnen werden konnte. Beim Bundeswettbewerb errangen wir einmal einen zweiten Platz.
Bis zum Schuljahr 2009/2010 fand das Projekt JUNIOR im Rahmen einer freiwilligen AG für Oberstufenschüler statt. In der Regel waren es die Schüler des ersten Semesters. Hierbei war die Nachfrage in manchen Jahren so groß (bis zu 25 % eines Jahrgangs), dass wir zwei Schülerfirmen bildeten.  Für diesen Erfolg auf Schülerseiten waren unterschiedliche Aspekte verantwortlich:

  • der konsequente Projektansatz über ein Jahr,
  • die eigenständige Entwicklung und meist auch erfolgreiche Umsetzung von Unternehmensideen,
  • das erfolgreiche Auftreten nach außen mit Presseresonanz  sowie eine entsprechende Anerkennung aus dem Bereich der Wirtschaft,
  • die konsequente Verknüpfung mit dem inhaltlichen Schwerpunkt Wirtschaft im Bereich der Gesellschaftswissenschaften,
  • das „Verlassen“  der doch eher künstlichen Lebenswelt Schule und die Beschäftigung mit beruflichen Anforderungen im Rahmen des Projektes,
  • die zunehmende Bedeutung gerade auch außerschulischer Qualifikationen und Kompetenzen bei Bewerbungen; so schnitten beteiligte Schüler trotz etwas schlechterer Durchschnittsnote im Abitur sehr erfolgreich bei Bewerbungen um Lehrstellen und duale Studienplätzen ab und referierten dieses auch innerhalb der Schule;
  • die hohe Anerkennung des Schulpaten innerhalb der Schülerschaft aufgrund seiner inhaltlichen, pädagogischen und methodischen Kompetenzen, der erfolgreich Gruppenprozesse und Projektablauf steuern konnte.

Gerade in der Anfangsphase ist eine engere Steuerung der Gruppenprozesse notwendig, um schnell eine interessante und für  die Schüler motivierende Geschäftsidee zu finden, die möglichst viele der vorhandenen Schülerqualitäten einbindet, aber auch gruppendynamische Prozesse und die unterschiedlichen Schülerpersönlichkeiten berücksichtigt. Dabei dürfen aber Interessen und Positionen der Schüler nicht fremdgesteuert werden, da ansonsten die Motivation schnell einbricht.  Ebenso muss eine Beratung bezüglich der Umsetzbarkeit von Ideen erfolgen, damit die Gruppe nicht frühzeitig scheitert, Energien und Motivation verschwendet werden.  Wesentlich ist im weiteren Verlauf die klare Fixierung und Einhaltung von „Meilensteinen“, um immer wieder klare Arbeitsfortschritte zu sehen, was die Motivation erhält.  Zu diesen Meilensteinen gehören auch Zwischentermine, wo die Schülergruppe frühzeitig nach außen geht (Messeauftritte, Einladung von Referenten, Gespräche mit z. B. Wirtschaftsjunioren, Durchführung der Aktionärsversammlungen, Aufbau von Geschäftskontakten), um ein zusätzliches, realitätsbezogenes Korrektiv zu haben.

Wesentlich sind auch regelmäßige Treffen. Die Arbeitsgemeinschaft traf sich jede Woche und tagte auch in den Ferien.  Anlassbezogen fanden Sondertermine statt, um z. B. Testserien zur Herstellung des Produktes durchzuführen, einen Messestand zu entwickeln und aufzubauen oder aber um ganz einfach zu produzieren. Über solche notwendigen Sonderaktionen wurde auch die Gruppenzusammengehörigkeit gestärkt, es entstand ein „Team“. Diese Teambildung ist wiederum entscheidend, damit die Gruppe solidarisch mit dem unterschiedlichen Arbeitsaufwand, den der Einzelne einbringen kann, umgeht. Ein klarer Grundsatz war immer, dass die schulischen Anforderungen Priorität haben, die schulische Leistungsfähigkeit nicht leiden darf. Es zeigte sich aber häufig der gegenteilige Effekt. Aufgrund wachsender Kompetenzen und Fähigkeiten und einem wachsenden Selbstbewusstsein verbesserten sich schulische Leistungen, was insbesondere auch die Fähigkeit zur Präsentation betraf (in Berlin eine mögliche fünfte Prüfungskomponente im Abitur).

Ein nicht zu unterschätzender Effekt ist natürlich immer wieder, dass das Produkt bzw. die Dienstleistung auch am Markt ankommt. Von daher erleichtert eine frühzeitige Marktreife des neuen Produktes natürlich die Aufrechterhaltung der Motivation. Unsere einzige Gruppe, die aus dem JUNIOR Wettbewerb vorzeitig ausschied, scheiterte genau an dieser Frage. Das Produkt war zu marktüblichen Preisen nicht von der Schülerfirma herzustellen. Auch die Berichte von „Ehemaligen“, die sich zeitweise oder auch dauerhaft selbstständig gemacht haben, fördern Motivation und Realitätsbezug.

Dennoch soll nicht unterschätzt werden, wie schwierig es immer wieder ist, neue Ideen zu finden, die Schüler motivieren und wo eventuell Marktlücken bestehen. Von „Duftsäckchen“ über leuchtende Schnürsenkel, Werbeartikel für Kleingewerbetreibende bis hin zu Stadtführern für Kinder und eine Spiele-CD für Kinder reichten die Ideen. Näheres zu den einzelnen Schülerfirmen findet man auf der Homepage der Luise-Henriette-Schule (im Bereich Fachbereiche – Arbeitsgemeinschaften).

Mittlerweile und erleichtert durch die neue Verordnung für die Gymnasiale Oberstufe in Berlin (VO-GO) führen wir seit dem Schuljahr 2010/2011 das Projekt JUNIOR im Rahmen eines Seminarkurses Wirtschaft durch. Laut VO-GO, § 24, Absatz drei legt jetzt auch die Schulkonferenz fest, welche Wettbewerbsleistungen als „Besondere Lernleistung“ anerkannt werden kann. Aufgrund der sehr positiven Erfahrungen mit dem Projekt JUNIOR hat dieses die Schulkonferenz der LHS einstimmig beschlossen. Parallel dazu wurde bei der Senatsschulverwaltung in Berlin ein Antrag auf Einrichtung eines Seminarkurses Wirtschaft gestellt, der aus drei Hauptkomponenten besteht: Vermittlung volkswirtschaftlicher Kenntnisse, Vermittlung betriebswirtschaftlicher Kenntnisse sowie Integration des Projektes JUNIOR. Das genauere Konzept kann beim Autor angefordert werden.

Der Seminarkurs findet regelmäßig als dreistündiger Kurs nachmittags statt, enthält aber auch projektbezogene Intensivphasen, wo in kompakter Form wirtschaftliche Inhalte und/oder Projektelemente vermittelt werden.  An die Stelle einer Klausur wurde die Möglichkeit nach §14.3 VO-GO genutzt und Projektarbeiten der verschiedenen Teams ersetzen diese Klausur, was auch eine wesentliche Erleichterung bei der Integration des Projektes JUNIOR in den Seminarkurs darstellt.

Im Vergleich zur Realisierung von JUNIOR im Rahmen einer AG und vor dem Hintergrund von G 8 mit den umfangreichen Belegverpflichtungen der Schüler war dieses eine klare Erleichterung. Die Stunden werden voll auf die Belegverpflichtung angerechnet, erbrachte Leistungen fließen als Note in die Gesamtqualifikation ein. Daneben können sich die Schüler aufgrund der Festlegung durch die Schulkonferenz, die Wettbewerbsleistung als Seminararbeit anerkennen lassen. Natürlich muss hier eine Ergänzung bezüglich der fächerübergreifenden und schulfachlichen Bezüge erfolgen, muss der Arbeitsweg dokumentiert werden. Gleichzeitig haben wir schulintern festgelegt, dass jeder Schüler einen Teilbereich individuell fachlich vertieft und schriftlich ausführt. 

Insgesamt bietet für uns das Projekt „JUNIOR“ einen Ansatz, der inhaltlich, methodisch und bezüglich der Vermittlung von Schlüsselqualifikationen und der Öffnung der Schule hin zu gesellschaftlichen Realitäten einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung unserer Ziele aus dem Schulprogramm leistet und die Berufsorientierung und Berufschancen unserer Absolventen verbessert.

Susanne Wegert

Schulpatin von Schülerunternehmen des Luther-Melanchthon-Gymnasium Wittenberg (Sachsen-Anhalt) 

Kein Unterrichtsfach ist so spannend wie die Realität. Noch dazu, wenn man die Vorstellung hat, Unternehmer zu sein bedeutet Füße hoch legen, ein paar Telefonate führen und seine Angestellten arbeiten lassen.

MetaDigital vom Luther-Melanchthon-Gymnasium Wittenberg hat es ausprobiert …und das Leben ist wirklich spannender als dieses Klischee.
Unsere Realität ist das JUNIOR-Projekt der Institut der deutschen Wirtschaft Köln JUNIOR gGmbH, zugeschnitten auf die Möglichkeiten, die der Rahmen Schule und das Zeitbudget von Schülern und Lehrern zulassen, wobei es dort schon mal die gegebenen Grenzen sprengen kann.

Nun hat das Wort Projekt in den Schulen Sachsen-Anhalts nicht ausschließlich den besten Ruf. Für einige Kollegen und Schüler steht es nach wie vor für Zeitverschwendung und wenig Wissenszuwachs, mathematische Ableitungen scheinen viel wichtiger zu sein als Soft Skills. Doch das sehen zum Glück nicht alle so. Und selbst, wenn die Hälfte der Teilnehmer am Ende feststellt, dass sie wegen der vielen Arbeit niemals ein Unternehmen leiten möchten, ist das Projekt ein Gewinn, denn Entrepreneurship, selbstständiges und verantwortungsbewusstes Denken und Handeln, lässt sich im Frontalunterricht nur schlecht vermitteln, wird aber im Arbeitsleben überall erwartet.

Die Geschäftsidee, das Digitalisieren von persönlichen Videos, Schallplatten, Kassetten, Dias und Bildern, und das große Engagement der Schüler versprechen den 90 Anteilseignern des Unternehmens, das wie eine Aktiengesellschaft aufgebaut ist, zur auflösenden Hauptversammlung am 6.Juli 2011 eine satte Rendite zu ihren im Oktober investierten 10 Euro. Voller Stolz erzählen die Schüler, wen sie damals von ihrer Geschäftsidee und ihrem Anliegen überzeugen konnten: unseren Ministerpräsidenten Dr. Reiner Haseloff, die Ministerin Birgitta Wolff, den Landtagspräsidenten und einige Abgeordnete, den Wittenberger Sparkassendirektor Ralf Finke, aber natürlich auch einige Lehrer unserer Schule, Freunde und Bekannte.
Das begehrte Zertifikat vom IW Köln, das ebenso Lohn für ihre Arbeit ist wie 0,55 € pro Arbeitsstunde (brutto) und je Halbjahr eine Zensur im Fach Wirtschaftslehre, öffnet ihnen manches Ohr in Bewerbungen und Vorstellungsgesprächen, weil reale Unternehmer durchaus zu schätzen wissen, was da neben dem Pflichtpensum in der Schule geleistet wird. Und „konkretes Wissen“ kommt keineswegs zu kurz!
Was haben die Schüler in der Theorie des Wirtschaftslehre-Unterrichts gelernt? – Keine Buchung ohne Beleg. Und sie muss fortlaufend und übersichtlich geführt werden, „keine Lust“ ist dabei wenig hilfreich. Letztere Erkenntnis haben sie aber nur aus der Praxis und wissen jetzt, wie anstrengend das sein kann. Wozu ist es gut, in der Freizeit an mehreren Unternehmensmessen teilzunehmen? Bringt das nicht mehr Ausgaben als Einnahmen?
Was ist zu unternehmen, wenn Unvorhergesehenes passiert, die Produktion viel länger dauert als vorgesehen war, manche DVD-Formate nicht in allen Playern abspielbar sind, wenn Kunden nicht verstehen, dass es unsere Möglichkeiten sprengt, Kratzer aus ihren Schallplatten herauszubekommen und neue Videoprogramme auch kleinste versehentliche Fernsehmitschnitte boykottieren.

Aber auch intern sind manche Dinge viel schwieriger als die Anfangsbegeisterung zunächst vermuten ließ. Was macht man mit Mitarbeitern, die dreimal unzuverlässig waren, mit solchen, die während der Besprechungen eher die letzten Handyneuigkeiten und die Party am Wochenende im Kopf haben? Und wie soll man den Perfektionisten in der Unternehmensleitung gerecht werden?
Dass zur Lösung dieser Fragen ein Projektjahr nicht ausreicht, ist wohl allen klar geworden …obwohl schon mal über Entlassungen nachgedacht und Versetzungen tatsächlich durchgeführt wurden. Zur Unterstützung der Schüler gibt es zwar Wirtschafts- und Schulpaten, aber deren Tätigkeit beschränkt sich auf Hinweise und Anregungen.
Die 15 Mitarbeiter von MetaDigital, die im nächsten Schuljahr ihr Abitur ablegen wollen, können all ihre Erfahrungen direkt an das nächste JUNIOR-Unternehmen unserer Schule weiter geben, das sich bereits in seiner Gründungsphase befindet und auf erneuerbare Energien als Geschäftsidee setzt.

Ina Mertiny-Dombrowski

Unternehmerin und Wirtschaftspatin eines Schülerunternehmens der Integrierten Gesamtschule Morbach (Rheinland-Pfalz) 

Junge Menschen unterstützen zu können, die sich für Wirtschaft interessieren, ist für mich eine Selbstverständlichkeit und eine Investition in die Zukunft unserer Jugend.

Und Ihre Erfahrung?

Sie wollen auch einen Erfahrungsbericht auf unserer Website veröffentlichen? Wir freuen uns auf ein Statement von Ihnen, dass Sie uns an junior(at)iwkoeln.de schicken können.

Patrick Wilhelm, ehemaliger JUNIOR-Teilnehmer, über die Gründung von MyParfuem.de

Der ehemalige JUNIOR-Teilnehmer Patrick Wilhelm berichtet über die Gründung seines Unternehmens MyParfuem.de